
Lichtungen
Iris Wolff: Lichtungen, Roman.
Klett-Cotta Verlag, 256 Seiten, geb. Ausgabe € 24,- / E-Book € 9,99
ISBN 978-3-6089-8770-6 / erschienen Januar 2024
Taschenbuch-Ausgabe € 13,–
Klett-Cotta Verlag, 255 Seiten
ISBN 978-3-6089-8891-8 / erschienen Juli 2025
Zwischen Lev und Kato besteht seit ihren Kindertagen eine besondere Verbindung. Doch die Öffnung der europäischen Grenzen weitet ihre Lebensentwürfe und verändert ihre Beziehung für immer. Voller Schönheit und Hingabe erzählt Iris Wolff in ihrem großen neuen Roman von zeitloser Freundschaft und davon, was es braucht, um sich von den Prägungen der eigenen Herkunft zu lösen. Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen.
Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: »Wann kommst du?« Kunstvoll und poetisch verwandelt Iris Wolff jenen Moment in Sprache, wenn ein Leben ans andere rührt und zeichnet in ihrem großen europäischen Roman das Porträt einer berührenden Freundschaft, die sich als Reise in die Vergangenheit offenbart und deren Leuchten noch lange nachklingt.
ausgewählte Rezensionen
Die Szenen, die Wolff über die Jahrzehnte hinweg von [Lev und Kato] zeichnet, sind in ihrer Genauigkeit so vielschichtig, dass sie auf sehr elegante Weise vor Augen führen, weshalb Freundschaft und Liebe manchmal gar nicht so leicht zu unterscheiden sind.
Maja Beckers, Die Zeit, 22. Februar 2024
Der Kunstgriff, dass sich das jeweils gegenwärtige Handeln der Personen erst erschließt, je mehr man von ihrer Vorgeschichte erfährt, lässt auf verblüffende Weise Kierkegaards Erkenntnis anschaulich werden, dass man vorwärts lebt und rückwärts versteht.
Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 17. Januar 2024
Lichtungen ist mehr als ein weiterer Rumänien-Roman von Iris Wolff. Er ist das Psychogramm einer von unterschiedlichen Diktaturen versehrten Seele, die sich rettet, weil sie warten kann und am Schluss […] die gnadenloseste Diktatur abschüttelt: die des eigenen Gefühls, einem anderen Menschen nicht genug sein zu können. […] Ein großartig gegenwärtiges Buch.
Andreas Platthaus, FAZ, 13. Januar 2024
Mit außergewöhnlichen, starken und zarten Bildern erzählt Iris Wolff von einer Kindheit und Jugend in einer Diktatur, deren Repressalien sich wie dicker Mehltau auf die Seelen der Menschen legen und sie in eine Art Duldungsstarre versetzen. Ihr Text ist ein anmutig zarter, poetischer Widerstandsakt.
Annemarie Stoltenberg, NDR, 9. Januar 2024
Mit ihrem dezenten Stil erweist sich Wolff auch in ihrem fünften Roman als Meisterin eines impressionistischen Realismus.
Gérard Otremba, Rolling Stone, 1. März 2024
Es ist sehr raffiniert gemacht und trotzdem – und das ist das Tolle – ganz selbstverständlich, ganz leicht.
Iris Radisch, Die Zeit Podcast, 9. März 2024
Das Besondere an Iris Wolffs eindringlicher Erzählprosa ist, dass sie auch für die schwer fassbaren atmosphärischen Zwischenräume zwischen Mensch und Mitmensch, Person und Lebensraum eine überzeugende Sprache findet.
Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, 20. Januar 2024
Ein Erzählen, das von Innen strahlt.
Anne-Catherine Simon, Die Presse Podcast „Bücherei“, 22. Juni 2024



