Die Unschärfe der Welt

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt, Roman.
Klett-Cotta Verlag, 216 Seiten, geb. Ausgabe € 20,– / E-Book € 9,99
ISBN 978-3-6089-8326-5 / erschienen August 2020

Taschenbuch-Ausgabe € 12,–
Klett-Cotta Verlag, 224 Seiten
ISBN 978-3-6089-8486-6 / erschienen Oktober 2021

Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt.

Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In »Die Unschärfe der Welt« verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.


ausgewählte Rezensionen

Jede der sieben Hauptfiguren wird zur Heldin ihrer eigenen, klug pointierten Episode. Das führt nicht nur gegenläufige Perspektiven zusammen, sondern beschert uns auch mit jedem Kapitel den Zauber eines neuen Anfangs.

Georg Leisten, Südwest Presse, 21. August 2020

Iris Wolff schreibt Literatur, die sich Strömungen verweigert. Zeitlos und zauberhaft. […] Iris-Wolff-Leser schätzen die Passagen reiner sprachlicher Schönheit, die Gedankenfülle und einfühlsame Melancholie.

Jan Haag, Con=Libri, 21. August 2020

Leise, unaufdringlich und bildstark erzählt, mit einem Figurenensemble, dessen einzelne Mitglieder Wolff mit wenigen Worten mitfühlend zu porträtieren versteht. Ein Roman, der lange nachhallt.

Gerrit Bartels, Tagesspiegel

Vielleicht erweist sich gerade darin die große Kunst der Erzählerin Iris Wolff: dass sie mit nichts als Sprache in ein Reich führt, das jenseits der Sprache liegt. Dieser Magie kann man sich nicht entziehen.

Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 31. August 2020

Sich auf diesen Roman und seine wunderbare Sprache einzulassen, in ihm zu versinken, ist ein großes, sehr berührendes Erlebnis.

Denis Scheck, druckfrisch

All in all, the lives in this compact marvel of a book are presented “so vividly you think you remember them yourself”.

The Guardian, 25. August 2025

Ein Glücksfall für die deutschsprachige Literatur.

Gérard Otremba, Sounds & Books, 22. August 2020

Ein Zauberkunststück der Imagination.

Meike Feßmann, Süddeutsche Zeitung

Es ist der Ruf des Wassers, seine Freiheit, die die Menschen anlockt, und die Kunst, die alle Figuren bei Iris Wolff zu beherrschen lernen müssen, ist, diesem Lockruf nicht einfach zu folgen, den festen Boden der Herkunft nicht leichtfertig aufzugeben und ins funkelnde Unfassbare zu gehen – natürlich eine Metapher für die Ausreise, aber keine, die als Kritik an Menschen zu verstehen wäre, die dem Untragbaren nicht länger standhalten wollen, sondern eine, die jene seelische Last deutlich macht, die auch nach der Befreiung von der Tyrannei nicht abgeschüttelt werden kann.

Andreas Platthaus, FAZ, 27. August 2020

Die Unschärfe der Welt ist ein eminent poetischer Roman, der die ganze Klaviatur der sinnlichen und gedanklichen Erfahrungen ausspielt und gleichzeitig von politischer und historischer Wirklichkeit durchdrungen ist. Nimmt man noch die überaus originelle Erzählweise hinzu, kann man kaum glauben, wie leicht sich das trotzdem alles liest, wie vollkommen dieser kurze Roman gelungen ist.

Pascal Mathéus, Literaturkritik.de, 2. November 2020

Iris Wolff proves to be a superlative storyteller.

Times Literary Supplement, 19. September 2025