Iris Wolff horcht hinein in die Geräusche der Zeit, macht Klänge aus, selektiert, verdichtet und formt sie in einer harmonisch wirkenden Sprache; schafft es, die Leserschaft in jenem Fluss der Worte und deren Sound mitzunehmen und zuweilen bei ihr Resonanzklänge anzuregen. Poetisch anmutend transformiert die Autorin schonungslos tiefgründige Beobachtungen behutsam in einen Erzählstrang, berührt, eröffnet Perspektiven, bietet Lesefreude, die vom Alltag ablenkt und in diesem nachklingt.
Ortwin-Rainer Bonfert rezensiert Lichtungen.
Tagesspiegel
Szene für Szene vermittelt Wollf wohldosiert ihre Informationen und erzählt von der, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht den Eindruck macht, von der unverbrüchlichen Beziehung zwischen Lev und Kato. Von ihrem Gehen und seinem Bleiben, auch stellvertretend für die Zeit nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, nach dem Sturz Ceaușescus, da viele sich auf den Weg gen Westen machten und die Daheimgebliebenen sich geradezu rechtfertigen müssen, warum sie nicht auch gehen. Wolffs macht das mit einer Prosa, die zurückhaltend, leise wirkt, die präzise, poetisch und schlichtweg schön ist und einen melancholischen Grundton hat.
Gerrit Bartels rezensiert Lichtungen.
Berliner Zeitung
Der Roman […] ist konstruiert wie eine Matroschka. Jedes Kapitel für sich ist eine Geschichte aus dem Leben von Lev oder Kato oder beiden und steckt wie eine Puppe in der Puppe. Es gehört in eine bestimmte Zeit, verliert Figuren aus dem Blick und nimmt andere dazu. Offene Enden werden mit dem vorhergehenden Anfang geschlossen. Möglich ist dies nur, weil Iris Wolff so bedachtsam Details weiterreicht, so akribisch an Übergängen feilt, weil sie bei allem Bilderreichtum, der ihrem Erzählen eigen ist, sehr genau schreibt. […] Und so wie bei einer gut gearbeiteten Matroschka die kleinste Puppe im Inneren einem besonders schützenswert scheint, weil ihre Züge so filigran sind, die Kleidermuster so fein, lässt das letzte und damit erste Kapitel dieses Buchs noch einmal staunen, bevor man es zuklappt.
Cornelia Geißler rezensiert Lichtungen.
Deutschlandfunk Kultur
Live-Gespräch mit Andrea Gerk über die Lichtungen.
NDR Kultur
Mit außergewöhnlichen, starken und zarten Bildern erzählt Iris Wolff von einer Kindheit und Jugend in einer Diktatur, deren Repressalien sich wie dicker Mehltau auf die Seelen der Menschen legen und sie in eine Art Duldungsstarre versetzen. Ihr Text ist ein anmutig zarter, poetischer Widerstandsakt.
Annemarie Stoltenberg rezensiert Lichtungen.
WDR Mosaik
Ein literarisches Meisterwerk!
Denis Scheck empfielt Lichtungen.
MDR Kultur
Wartburg Experiment. Drei Büchermenschen – eine Burg – die Bibel.
Chrismon
Die Autorin Iris Wolff und der Autor Senthuran Varatharajah über die Kunst, Worte zu finden – auf der Wartburg, wo Luther vor 500 Jahren die deutsche Sprache geprägt hat. Chrismon-Interview.
Faustkultur
So tun als ob es regnet ist ein Stück moderne Geschichtsschreibung, in dem auf unaufgeregte und ungemein literarische Weise Figuren in ihrer existenziellen Verletzbarkeit und Geworfenheit durch die Welt(en) wandeln. Ich und Welt gehen dabei miteinander eine Verbindung ein, die sich ohne erzählerische Kraftanstrengungen ergibt. Riccarda Gleichauf in Faustkultur
Buchrevier
Kleines Format, kleiner Verlag, ganz große Literatur. Ein Geheimtipp, für dessen Entdeckung ich sehr dankbar bin, denn dieses Buch stand auf keiner meiner Leselisten. Tobias Nazemi über So tun, als ob es regnet auf Buchrevier
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