Gänsehaut
Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, warum uns Musik im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht, warum sie uns ergreift, aufwühlt, besänftigt, glücklich oder nachdenklich macht. Ich staune immer wieder darüber, wie intensiv und unmittelbar es Liedern gelingt, uns zu berühren. Wie gefühlvoll manche Texte sind, ohne in Kitsch abzugleiten und ohne uns belehren zu wollen. Gesungene Worte können viel konzentrierter Emotionen und Gefühl, Doppelsinn und Mut wagen, als es das gesprochene Wort kann.
Eine Theorie besagt, dass die Urmenschen mit melodischen Lauten Distanz zu ihren Kindern überbrückten. Wenn beim Affenkind eine Gänsehaut entstand, so wurde wärmende Nähe hergestellt.
Welches Lied heute bei wem Gänsehaut erzeugt, ist ganz verschieden. Meine Nackenhaare stellen sich derzeit bei der schottischen Sängerin K.T. Tunstall auf - siehe Link. Ich entspanne bei ihr vom Brüten über neuen Texten und gebe mich den Geschichten hin, die ihre Lieder erzählen.
