Kreativkurse für Kinder

Gespeichert unter: Sterntaler — iris at 2:34 on Mittwoch, September 19, 2007

2b.jpg Meine aktuellen Kurse für Kinder
findet Ihr - und finden Sie - in Zukunft unter dem folgenden Link:
Kreativkurse für Kinder

Wände aus Licht

Gespeichert unter: Stundenblumen — iris at 3:01 on Samstag, September 8, 2007

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Diese leuchtend warmen Farben graben sich nur unter der französischen Sonne in die Mauern der Häuser, so scheint es mir zumindest. Es war eine Freude die Straßen und Orte wiederzusehen, in denen die Idee zu diesem Blog zur ersten papiernen Wirklichkeit heranreifte. Im Hintergrund des Banners ist jener Kraftort, an dem alles seinen Anfang nahm, festgehalten. Immer gegenwärtig schirmt er nun schon mehr als ein Jahr lang die Texte, die seitdem entstanden sind.
Und jetzt beginnt ein neuer Zyklus - Ich freue mich auf alle Artikel, die im kommenden Jahr entstehen werden, auf alle Wege, die vor uns liegen und besonders über alle Menschen, die immer wieder auf diese Seiten blättern.

Wie Puderzucker über warmem Kuchen

Gespeichert unter: Sterntaler — iris at 2:37 on Samstag, September 8, 2007

Seit einiger Zeit sitze ich oft in einem kleinen Tonstudio und lese vor. 350 Seiten zählt das umfangreiche Werk über den Buddhismus, das ich ins Mikrofon spreche. Die Klimaanlage surrt kaum hörbar im Hintergrund, durch ein kleines Fenster auf der Seite fällt Tageslicht auf den kleinen Lesetisch und meine Stimme erfüllt den lärmisolierten Raum.
Wie ein feiner Seismograf schlägt die elektronische Nadel des Aufnahmeprogramms aus und misst meinen Stimmumfang. Sie muss in einem bestimmten Bereich liegen und jedes Mal, bevor ich mich über die Zeilen beuge, pendele ich sie mit einem der runden Regler sacht aus. Während ich laut und deutlich eins, zwei, drei ins Mikrofon spreche, bemühe ich mich, meinen Hals, meinen Kiefer, meine Lippen zu lockern, meine Stimme freizuschütteln von allen unausgegorenen Gedanken und Stimmungen des Tages. Manchmal scheint es zu gelingen. Dann klettert mein Blick über die Zeilen, kleine Punkte und Kommas als winzige Ruhekissen benutzend und die Seiten wachsen auf der linken Buchhälfte, fest unter die Finger geklemmt.

Ein anderes Mal führt ein hastig ausgesprochenes Wort oder eine leicht dahin gesagte Phrase immer wieder dazu, das Programm anhalten zu müssen und die Sätze neu zu sprechen - die Aufnahme wird mühsam. Am leichtesten lässt sich lesen, wenn man gar nicht daran denkt, wie man sich anhört. Denn fängt man einmal an, den Klang der Wörter zu hinterfragen, so klopft der Perfektionismus immer häufiger an die Tür der kleinen Tonkabine.
Während ich zurück spule und die passende Atempause suche, in die ich einhaken kann, denke ich darüber nach, wie leicht es in diesem abgetrennten Raum ist, Dinge neu zu sagen. Ich kann sie wieder und wieder sprechen, bis sie voll und tönend klingen und ich die Entscheidung treffe, sie für einen Zuhörer frei zu geben. Ich kann sie üben, Teile von ihnen ausschneiden und neu sprechen. Ich kann Phrasen wegschneiden und woanders einfügen. Ich drehe an den Reglern und denke daran, wie oft wir uns Worte versagen, weil wir Angst davor haben, wie sie sich anhören. Weil wir wissen, dass sie sich im Moment des Sprechens unwiderruflich ihren Ton, ihren Klang gewählt haben und für jeden Anwesenden im Raum hörbar - und interpretierbar sind.

Die Erzählungen und Anweisungen, die ich vorlese, wurden viele Jahrhunderte hindurch weiter erzählt, da man überzeugt war, dass man durch sie das, was einem widerfährt, in einer anderen Perspektive sehen kann. Wenn uns eine Geschichte berührt, dann erkennt man die Relevanz für etwas, was einem im eigenen Leben passiert. Genauso in unserer täglichen Kommunikation: Wir erzählen uns unsere Gefühle, Erlebnisse und Geschichten, um mit der Welt ins Reine zu kommen. Um uns progressiv an das anzunähern, was wir Wirklichkeit nennen. Mit unserer Stimme signalisieren wir dabei Akzeptanz bis Ablehnung, wir akzentuieren unsere Überzeugungen und thematisieren unsere Innerlichkeit. Würden es nicht vorher die Augen verraten oder eine Geste, so ist es die Stimme eines Menschen, die uns am ehesten sagen kann, wie der- oder diejenige sich wirklich fühlt.
Allzu oft ist unsere Kommunikation jedoch bestimmt von einem gedanklich-klanglichen Spagat zwischen verbergen und zeigen. Wir wollen uns unsere Geschichten erzählen, aber drehen so lange an den Reglern, bis der Moment dafür vergangen ist. Wir wollen uns mitteilen und verlagern die Aufmerksamkeit einseitig auf die Wirkung. Wir vergessen wie viel Lust es macht, sich unmittelbar und aufrichtig auszudrücken, sich mitzuteilen, Gefühle und Stimmungen in der Stimme zuzulassen.

Wenn man für einige Zeit allein ist mit seiner Stimme wird einem erst so recht bewusst, was für ein feines Instrument sie ist. Und wenn man gezwungen ist, sie wieder und wieder zu hören und zu prüfen wird einem deutlich, wie viel sie von unseren Gefühlen trägt. Wie ein Stimmungsring am Finger wechselt sie fließend die Farbe, ist ständig bewegt, ununterbrochen im Fluss.
Es sind nur kleine Nuancen, vielleicht kaum hörbar im Strom der gesprochenen Wörter und Sätze. Und doch trägt die Stimme in jedem Augenblick unsere Gefühle an die Oberfläche. Sie klingt an manchen Tagen mutiger als an andren, manchmal leiser, manchmal beherzter, manchmal zögerlich und manchmal forsch. Die Gedanken schleichen sich in die Stimme, die langen und kurzen Nächte, unsre Ängste, aber auch unsre Energie, unser Glaube. Egal wie sehr man sich manchmal um einen gleich bleibenden Klang bemühen mag, etwas von unseren Gefühlen liegt immer darin. An manchen Tagen wie eine hauchfeine Schicht Reif, an anderen wie Puderzucker über warmem Kuchen.

Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass wir aufrichtig sein dürfen, wenn wir uns unsere Geschichten erzählen, dass Leben und Wandel darin sein darf - und Unvollkommenheit.
Es kann befreiend sein, die Lust zu erfahren, die sich einstellt, wenn die Stimme frei gelassen wird und nicht im gleichen Augenblick darüber reflektiert wird, wie sie wohl klingt und wie das, was man sagt, vom Gegenüber aufgefasst werden könnte. Die Stimme zu begreifen als etwas, was unsere Gefühle offenbaren darf und worin wir uns sicher und lebendig fühlen können.
Joseph Campbell, ein amerikanischer Professor und Autor, der über Mythologie, Literatur und Religion forschte hat einmal gefragt: Was ist der Sinn des Weltalls? Was ist der Sinn eines Flohs? Er ist einfach da. Mehr nicht. Wir sind so sehr damit beschäftigt, alles mögliche zu machen, um äußere Werte zu erreichen, dass wir darüber den inneren Wert vergessen, die Lust, lebendig zu sein, um die es eigentlich allein geht.